Studentat der Dominikanerprovinz Teutonia - Berichte bis 2010

zu den Beiträgen aus den Jahren: 2016 - 2015 - 2014 - 2013 - 2012 - 2011

Dem priesterlichen Dienst auf der Spur...

26.-27.11.2010 Formationswochenende in Frankfurt

Der Dominikanerorden ist ein Priesterorden. Dass die große Mehrheit der Brüder "Priester im Orden des heiligen Dominikus" sind, hat seinen Grund: Der Predigerorden, wie wir Dominikaner eigentlich heißen, ist durch und durch priesterlich – von seiner Sendung her und von seiner Entstehung an. Unser Gründer Dominikus war selbst bereits während mehrerer Jahre Priester und Kanoniker seiner Heimatdiözese Osma. Dies war er schon lange bevor überhaupt an den Zusammenschluss von Wanderpredigern zu denken war, aus dem später ein Orden hervorgehen sollte.

Predigerbrüder treffen Gesellschaft Jesu: zu Besuch bei den Jesuiten in St. Georgen

Um diesem Wesensmerkmal unseres Charismas näher auf die Spur zu kommen, begaben wir Studenten uns für ein Wochenende nach Frankfurt. Da wir bei den Claretinerbrüdern sehr herzlich als Gäste beherbergt wurden, konnten wir von dort aus gestärkt zu den Jesuiten ins nahe gelegene St. Georgen aufbrechen, die uns ebenso gastfreundlich aufnahmen. P. Michael Schneider SJ und P. Stephan Kessler SJ, beide am dortigen Priesterseminar in der Ausbildung junger Männer auf dem Weg zum Priestertum tätig, brachten uns mit den verschiedenen Facetten der Thematik in Berührung. Da es sich bei der Gesellschaft Jesu, den Jesuiten, ebenfalls um eine Klerikergemeinschaft handelt, konnten wir sozusagen "von Priesterorden zu Priesterorden" miteinander ins Gespräch kommen.

Intensiv arbeiteten wir das Priesterdekret Presbyterorum Ordinis (PO) des Zweiten Vatikanischen Konzils durch. Das Dekret stellt die Verwurzelung des Priesters mitten in das Volk Gottes heraus, das per se ein geheiligtes, ein priesterliches Volk ist: "Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft" (1 Petr 2,9). Allerdings gibt es keine andere priesterliche Würde als diejenige, die von Jesus Christus stammt. Er ist als einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen, so gesehen der höchste und einzige Priester (vgl. 1 Tim 2,5; Hebr 5,6). Wenn wir also die Sakramente feiern, ist es immer Christus selbst, der handelt! Wenn getauft, gepredigt oder Eucharistie gefeiert wird, dann – so das Konzil – ist es immer Christus selbst, der tauft, predigt oder die Eucharistie feiert: Aktualisiert, ins Heute übertragen, wird dieses Handeln für uns durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Der Priester: Zeichen "im Dienst"

Der Priester repräsentiert nicht sich selbst, sondern er ist vor allem Zeichen und setzt Zeichen für die Gegenwart des Herrn. So ist er den Gläubigen gewissermaßen Garant dafür, dass Christus wirklich unmittelbar an Seiner Kirche handelt. Das Priestertum ist in erster Linie von seinem Verweischarakter auf Jesus Christus her zu verstehen. Diese "Rolle" aber kann ein einzelner Mensch niemals alleine und aus sich heraus erfüllen. Deshalb gehört zum Priestertum untrennbar die Sendung, in die Christus den Priester in der Weihe durch das Wirken des Geistes hineinnimmt. In den Dienst Christi hat sich der Priester ganz und gar gestellt – somit auch ganz und gar in den Dienst an den Menschen. Christus dienen heißt nämlich den Menschen dienen. Daher ist das Priestertum in allererster Linie Dienst: an Christus, an der Kirche, an allen Menschen.

Das kirchliche Amt ist nichts, worüber Menschen verfügen könnten. Es begründet sich also weder auf die Kompetenzen der einzelnen Träger noch auf eine mögliche Delegation von Seiten der Gemeinde. Als Dienst an der Freiheit (vgl.: 2 Kor 3,8) ist gerade der priesterliche Dienst grundlegend unterschieden von jeder anderen Form menschlicher Herrschaftsausübung. Er zielt darauf ab, das Volk Gottes in seiner eigenen priesterlichen Berufung zu stärken, die an jeden und jede auf je unterschiedliche Weise ergeht.

Verkündigung und Eucharistie als ein Lebensvollzug

Das Vatikanum hat besonders die Verbindung von Priester und Bischof hervorgehoben. Dem Bischof ist vor allem anderen die Aufgabe gestellt, den Menschen das Wort Gottes zu verkünden und dementsprechend ist es "die erste Aufgabe der Priester als Mitarbeiter der Bischöfe, allen die Frohe Botschaft zu verkünden, um so [...] das Gottesvolk zu begründen und zu wahren." (PO 4) Auftrag des Priesters ist es also, mit seiner ganzen eigenen Existenz auf Leben und Sterben Jesu Christi hinzuweisen, die Menschen zu ermutigen, dieses große Geschenk Gottes bewusst, frei und dankbar anzunehmen. Letztes Ziel allen priesterlichen Dienstes und Lebens ist also die Verherrlichung Gottes des Vaters in Christus (PO 2) – ein Lobgesang, zu dem der Priester die Menschen anleitet und den er gemeinsam mit ihnen in der Feier der Sakramente mit ganzer Kraft anstimmt. Die Sakramente werden "als ganzheitliche Lebensvollzüge gesehen [...]; sie sind 'Geheimnisse des Glaubens, der aus der Predigt hervorgeht und durch die Sakramente genährt wird' (PO 4). Dies gilt besonders für die Eucharistie, die vom Zweiten Vatikanum als 'Quelle und Höhepunkt aller Evangelisation' bezeichnet wird und so in erneuerter Perspektive in den Mittelpunkt des christlichen Lebens wie des priesterlichen Dienstes rückt (PO 5). Sie stellt die dichteste Form der Verkündigung dar, weil Christus in ihr am 'greifbarsten' wird."1

Der Glaube, der aus der Predigt hervorgeht und schließlich seinen Gipfelpunkt in der Feier der Eucharistie hat, die zum existentiellen Lebensvollzug geworden ist – für uns Dominikaner ist dies natürlich ein besonderer Kristallisationspunkt unseres Charismas, dessen ureigenes Merkmal ja die Verkündigung des Evangeliums ist. Verkündigung meint hier ein umfassendes Lebenszeugnis, das sich auf alle Bereiche des Lebens ausdehnt. Nicht nur unsere Worte, sondern besonders das Beispiel unseres ganzen Lebens soll Menschen dazu ermutigen, zu einem Leben in Gemeinschaft mit Jesus Christus voll Freude "Ja" zu sagen. Unsere priesterliche Berufung im Predigerorden, die ebenso herausfordert wie sie attraktiv ist, wird von unserer Fundamentalkonstitution folgendermaßen auf den Punkt gebracht:

"Durch die Priesterweihe sind wir Mitarbeiter des Bischofskollegiums geworden. Wir haben deshalb als uns eigenes Amt den prophetischen Dienst: im Hinschauen auf die Menschen in ihren nach Zeit und Ort unterschiedlichen Situationen das Evangelium Jesu Christi durch Wort und Leben überall so zu verkünden, dass der Glaube geweckt wird bzw. das ganze Leben tiefer durchdringt. Ziel dieses Dienstes ist der Aufbau des Leibes Christi, der durch die Sakramente des Glaubens vollendet wird."2

zur Hochschule der Jesuiten St. Georgen: www.sankt-georgen.de
zum Seminar der Claretiner in Frankfurt: www.claretiner-frankfurt.com

fr. Philipp Maria König OP

1 Hillenbrand, Karl: Geistliche Menschen – menschliche Geistliche. Priestersein in veränderter Zeit, Würzburg 2009, 16f. (Hervorhebung: P.K.).
2 Fundamentalkonstitution der Dominikaner, § V.

„Die Sendung zur Predigt im Orden des heiligen Dominikus“

   Neuer Ordensmeister ist fr. Bruno Cadoré
   XIII. Studienwoche für Studierende des Ordens in Dubrovnik

Zu Beginn: ein neuer Ordensmeister



Unser Orden ist weltumspannend und es gehört zu seinen Merkmalen, dass er über Grenzen geht. Dies durften wir in der ersten Hälfte des Monats September auf vielfache Weise erleben. Zum einen tagt in diesen Wochen das Generalkapitel in Rom, das am 5. September den 86. Nachfolger des heiligen Dominikus gewählt hat: der neue Ordensmeister ist fr. Bruno Cadoré OP, der bisher Provinzial der Pariser Provinz (Francia) gewesen ist und dessen Aufgabe es in den kommenden neun Jahren sein wird, die Brüder auf der ganzen Welt in ihrer Berufung und in der Einheit zu stärken. Wir freuen uns über die Wahl des Ordensmeisters und erbitten ihm für sein Wirken die Gaben des Heiligen Geistes.

XIII. Dominikanische Studienwoche in Dubrovnik
Die Nachricht über die Wahl erreichte uns Studenten in der kroatischen Stadt Dubrovnik,
in der zum 13. mal für alle Mitglieder des Predigerordens aus Europa, die sich in der
Ausbildung befinden, eine gemeinsame Studienwoche stattfand. Vom 5. bis zum 12.
September verbrachten wir gemeinsam mit etwa 35 Brüdern und Schwestern aus Kroatien,
Slowakei, Litauen, Großbritannien und Spanien eine wunderschöne Woche, die unter dem
Thema: „Der heilige Dominikus und die Sendung zum Predigen“ stand.

Die Vorträge, Diskussionen und Gespräche fanden in deutscher, englischer und kroatischer
Sprache statt, Liturgiesprache war vorrangig Latein. Es ist erstaunlich, wie gut die
Kommunikation (mit der Hilfe von Dolmetschern, aber dennoch auch ohne sie) zwischen
Brüdern und Schwestern unterschiedlichster Herkunft gelingen kann und wie fruchtbar sich
dieser Austausch für alle auswirkt.

Vorträge aus verschiedenen Perspektiven
Mehrere Mitbrüder aus verschiedenen Ländern hielten Vorträge zum Thema, an die sich
jeweils Gruppenarbeiten und Diskussionen anschlossen. P. Alojz Cubelic OP (Zagreb), der
Studienregens der kroatischen Provinz, führte anhand eines Referats über die Berufung zur
Predigt am Beispiel des heiligen Dominikus in die Thematik ein.

Aus biblischer Perspektive teilte uns P. Richard Ounsworth OP, Professor für Neues
Testament in Oxford, seine Reflexionen und Gedanken zu unserer Sendung mit. Besonders
hob er das prophetische Charisma hervor, zu dem wir berufen sind und zu dessen
Kernmerkmalen es gehört, einerseits zu den Menschen von Gott zu sprechen, aber genauso
andererseits im Gebet bei Gott für die Menschen und ihre Anliegen einzustehen. Als
Dominikaner leben wir dieses prophetische Amt inmitten der Kirche, unsere Kommunitäten
sind in der Gegenwart sichtbare Zeugen für die heilvolle Zukunft, die Gott für uns Menschen
bereithält.

Der Dominikaner Bartolomé de Las Casas, der im Amerika des 16. Jahrhunderts entschieden
für die Menschenrechte der Eingeborenen eintrat, gilt als überzeugender Prediger der
Toleranz. Mit seiner Biografie machte uns P. Thomas Eggensperger OP (Berlin), der
Studienregens unserer Provinz Teutonia, vertraut und stellte ihn uns vor als Vorbild für

unsere heutige Predigt zum Heil aller Menschen. Außerdem regte P. Thomas eine Relecture
der Akten des Generalkapitels von 1986 an, die von „fünf Grenzen“ („fronteras“) sprechen,
zu denen Dominikaner in ihrem Apostolat im Besonderen gesandt sind: 1. die Grenze
zwischen Leben und Tod, 2. zwischen menschlich und unmenschlich, 3. die Grenze der
christlichen Erfahrung, 4. die Grenze der religiösen Erfahrung und 5. die Grenzen der Kirche.

P. Joe Kavanagh OP aus Irland, der von Hause aus Professor für kanonisches Recht ist und
Jahrzehnte lang in Trinidad und Tobago wirkte, sprach zu uns auf der Basis seiner langen
Erfahrung in der Mission und präsentierte uns ein wirklich ermutigendes Projekt: den von
Dominikanern entwickelten ersten theologischen Fernkurs in Irland, der Interessierten ein
qualifiziertes theologisches Studium bietet und dort mit großem Erfolg in den letzten Jahren
zahlreichen Menschen Theologie und Glauben näher gebracht, Kenntnisse intensiviert und
neue Netzwerke zustande gebracht hat.

Eine weltumspannende Gemeinschaft
Bereichert und mit frohem Herzen kehrten wir von der intensiven Studien- und
Begegnungswoche zurück und sind dankbar für alle Eindrücke, Horizonterweiterungen und
neue Kontakte zu lieben Mitbrüdern und Schwestern aus ganz Europa.

fr. Philipp Maria König OP

05.06.2010 Beauftragung zum Lektorat und Akolythat

Am Fest des heiligen Bonifatius, des Patrons unserer Pfarrkirche und unseres Klosters, wurden fr. Dennis Halft OP und fr. Philipp Maria König OP mit den Diensten des Lektorats und des Akolythats beauftragt. Unser Provinzial P. Johannes Bunnenberg OP überreichte dazu beiden die Heilige Schrift sowie die Hostienschale.

Das Lektorat und das Akolythat gehörten früher zu den sogenannten niederen Weihen, die ein Kandidat für das Priesteramt empfing. 1972 hat Papst Paul VI. im Motu proprio "Ministeria quaedam" diese Weihen durch Dienste ersetzt, zu denen zum Teil auch Laien beauftragt werden können. Mit dem Lektorat nehmen die Beauftragten aktiv an der Verkündigung des Wortes Gottes in der Liturgie teil, das Akolythat bezeichnet den Dienst am Altar zur Unterstützung des Diakons und Priesters. Insbesondere ist damit auch die Aufgabe der Kommunionausteilung im Gottesdienst verbunden.

Wir freuen uns, dass sich fr. Dennis und fr. Philipp Maria zur Übernahme dieser Aufgaben bereit erklärt haben und wünschen Ihnen Gottes Segen für ihren Dienst.

fr. Johannes M. Schäffler OP

12.-16.05.2010 Ökumenischer Kirchentag
Studentat und Noviziat in München

„Damit ihr Hoffnung habt“ lautete das Motto des 2. Ökumenischen Kirchentages, der vom 12.-16. Mai in München stattfand.

Und tatsächlich, es macht schon Mut, wenn über 100.000 Christen aller Konfessionen sich einander vergewissern, dass der christliche Glaube lebt, sogar ein junges Gesicht hat und sich einzumischen weiß, weil Christen der Gesellschaft auch heute eine Menge zu sagen haben. In Begegnungen, Diskussionen und Podien zu politischen, wirtschaftlichen und religiösen Themen, in Bibelarbeiten, Konzerten aller Art, Gottesdiensten in größter Vielfalt und unterschiedlichster Gestaltung, aber auch in Stille und Gebet, durften wir die christliche Bandbreite von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen erleben. Ermutigende Schritte aufeinander zu, aber genauso waren die Unterschiede zwischen den Konfessionen spürbar. Auch die Dominikaner waren, wie viele andere Ordensgemeinschaften, mit von der Partie und machten schon äußerlich den Kirchentag noch etwas bunter.

Das Noviziat und die Studenten der Provinz Teutonia waren mit ihren Leitern, wie auch dem Provinzial P. Johannes Bunnenberg OP in der Dominikanerkirche St. Kajetan am Odeonsplatz mitten in der Innenstadt vertreten. Durch die Feier des Stundengebetes und der Hl. Messe, aber auch durch viele Gespräche in und um die Kirche haben wir mit vielen Besuchern des Kirchentages Kontakt gehabt und konnten einen kleinen Einblick in dominikanisches Leben und dominikanische Sendung geben.

Aber auch in der Stadt, in den Messehallen, überall ergaben sich kurze oder längere Gespräche, die meistens ein sehr interessierter und freundlicher Austausch wurden. Daneben stellte Sr. Jordana Schmidt OP den Einsatz der Dominikanerinnen von Bethanien für Kinderrechte in mehreren Veranstaltungen sehr eindrucksvoll vor und fr. Frank Ewerszumrode OP vertrat auf einem Podium zur Ökumene ganz dominikanisch und freundlich, dass der Weg zur uns aufgetragenen Einheit über die Tiefe theologischer Reflexion gehe und Einheit keinesfalls Einheitlichkeit heiße.

Am Ende eines langen, anstrengenden aber lohnenswerten Tages konnten wir in unserem Quartier bei den Dominikanerinnen von Landsberg wieder Kraft tanken für das, was uns am nächsten Tag erwartete.

fr. Christian Johannes Flake OP

30.04.-02.05.2010
"Bibliodrama" auf dem Volkersberg
Formationswochenende des Studentats

Mit Neugier und einer gewissen Spannung, aber auch einer guten Portion Skepsis machten wir uns am 30. April zu einem Formationswochenende zum Thema "Bibliodrama" auf Richtung Volkersberg. Ein Wochenende lang sollten wir - als Theologiestudenten oder bereits fertige Theologen mehr oder weniger geübt im wissenschaftlichen Umgang mit der Bibel - an eine ganz andere Art der Auslegung eines biblischen Textes herangeführt werden.

Frau Beate Manns-Düppers, freie Theologin aus Frankfurt, die das Bibliodrama begleitete, führte uns behutsam an die unterschiedlichen Methoden heran. Als biblische Grundlage hatte sie das Gebet Jesu am Ölberg (Lk 22,39-46) gewählt, also einen Text, der wie kaum ein anderer Jesus tief in seinen menschlichen Gefühlen darstellt.

"Bibliodrama lebt vom Experiment", heißt es in einer Definition des Europäischen Netzwerkes Bibliodrama. So begannen wir, mit dem Text zu experimentieren, zunächst durch atypisches Lesen: Jeder liest den Ausschnitt, evtl. nur ein Wort, des Textes laut vor, der ihm ins Auge springt, an dem er spontan hängen bleibt, der in ihm etwas auslöst oder der ihm besonders wichtig ist - und wird so auf Aussagen oder Akzentuierungen aufmerksam, die beim flüssigen Lesen möglicherweise untergehen. Schon an diesem Beispiel wird deutlich, was das Bibliodrama will: Es geht darum, einen Text auf neue Weise wahrzunehmen, nicht nur mit dem Verstand, sondern mit allen Sinnen, mit Gefühl und Herz.

"Dem Text Raum geben" - das stand wie eine Überschrift über diesem Wochenende - und das erforderte Kreativität: Mit Stift und Papierbögen, mit Kordel und Kleber, als menschliche Skulpturen, mit Tüchern und Holzfiguren, mit Augen, Mund und Ohren, alleine, in Kleingruppen und im Plenum - Ganzkörpereinsatz war gefragt auf der Suche nach dem tieferen Textsinn.

Die Ergebnisse konnten sich sehen und hören lassen und waren so unterschiedlich und charakteristisch wie die Teilnehmer selbst: Beim einen stand der betende Jesus im Mittelpunkt, bei einem anderen wurde der Engel zur zentralen Figur des Wochenendes, wieder ein anderer fand sich in der Auseinandersetzung Jesu mit Gott wieder oder identifizierte sich mit den verzweifelten Jüngern am Ölberg.

Auch wenn sich die anfängliche Skepsis bei dem einen oder anderen nicht auflösen konnte, kehrten wir doch alle bereichert aus diesem "dramatischen" Wochenende nach Mainz zurück.

fr. Johannes M. Schäffler OP

23.03.2010 Zuwachs für die Mainzer Kommunität
Herzlich willkommen, fr. Dennis Halft und fr. Philipp Maria König

 
links fr. Dennis Halft OP, rechts fr. Philipp Maria König OP

Ein besonders froher Tag für das Mainzer Dominikanerkloster: Aus unserem Noviziatshaus in Worms zogen heute fr. Dennis Halft und fr. Philipp Maria König in den Studentatskonvent hier nach Mainz. Damit wächst unser Konvent auf 17 Mitbrüder an, wovon 10 zum Studentat gehören. Am vergangenen Samstag legten die beiden nach ihrem 13-monatigen Noviziat in Worms ihre Einfache Profess in die Hände unseres Provinzials P. Johannes Bunnenberg ab und banden sich damit für drei Jahre an den Orden der Predigerbrüder.

fr. Dennis und fr. Philipp Maria werden im Sommersemester 2010, das im April beginnt, ihr Studium der katholischen Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität aufnehmen.

Wir freuen uns, dass sie hier sind und wünschen beiden, dass sie sich schnell und gut in der Gemeinschaft und der Stadt einleben. Für ihr Studium und ihren weiteren Weg im Orden wünschen wir Gottes Segen!

6./16./17.03.2010
Verlängerung der Professversprechen


fr. Ralf Sagner OP bei der Erneuerung seines Professversprechens in Wien

Unsere Mitbrüder fr. Ralf Sagner, fr. Uwe Augustinus Vielhaber und fr. Peter Henrich haben ihre Professversprechen erneuert und sich damit für ein weiteres Jahr an den Orden der Predigerbrüder gebunden. Da sich zwei von ihnen derzeit zum Studium im Ausland aufhalten, legte fr. Ralf bereits am 6. März seine Profess in Wien ab, fr. Uwe Augustinus am 16. März in Fribourg und fr. Peter am 17. März hier in Mainz.

Allen dreien wünschen wir Gottes Segen für ihren weiteren Weg in unserem Orden!

21.-25.02.2010
Werkwoche der deutschsprachigen Dominikanerstudentate
"Pastorale Aufbrüche im Bistum Erfurt"

Vom 21. bis zum 25. Februar trafen sich die Studenten der deutschsprachigen Dominikanerprovinzen zu ihrer diesjährigen Werkwoche im Bistum Erfurt. Thema war die pastorale Situation der christlichen Kirchen im säkularisierten postkommunistischen Osten Deutschlands.

Zunächst führte uns Weihbischof Reinhard Hauke in die Thematik ein, indem er die Situation vor Ort ausführlich, gerade vor ihrem geschichtlichen Hintergrund schilderte und die pastoralen Projekte, die in diesem Bistum unter seiner Führung entwickelt wurden, vorstellte. Als Beispiel für das pastorale Engagement sei die Feier der "Lebenswende" genannt, die das Bistum den nicht konfessionell gebundenen Jugendlichen als Alternative zur (von der SED eingeführten) Jugendweihe anbietet.

Einen weiteren bemerkenswerten Schritt wagte der Weihbischof, als er in der Allerheiligenkirche, einer der zentralen Kirchen der Stadt, einen Bereich zu einem Kolumbarium (=eine Urnenbegräbnisstätte) umgestaltete. Hierbei bleibt das Hauptschiff der Kirche zur Feier der wöchentlichen Eucharistie erhalten. In 15 Stelen à 42 Urnenplätze können sich Katholiken, Protestanten und Nichtgläubige beisetzen lassen. Ziel dieses außergewöhnlichen Projekts ist es, eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterben anzuregen und den Tod nicht aus dem Leben der Menschen auszuschließen. Dabei geht es auch um die Wiederentdeckung einer weitgehend vergessenen Bestattungs- und Erinnerungskultur.

Am zweiten Vormittag hielt Frau Prof. Dr. Corinna Dahlgrün (Professorin für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät Jena) ein Impulsreferat zu den "Aufbrüchen in der evangelischen Kirche". Sie legte uns verschiedene Konzepte vor, die in den letzten Jahren realisiert wurden, und mahnte davor, nicht dem blinden Aktionismus zu verfallen, sondern auf Qualitätssicherung zu achten, die nachhaltig das Ziel solcher "missionarischer Projekte" - den Menschen - im Blick haben müssen.

Der von der deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufene Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral galt ebenfalls ein kurzer Besuch. Die Referenten unter der Leitung von Dr. Hubertus Schönemann haben zum Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen und wollen mit den Schwerpunkten "Beobachten, Analysieren und Begleiten" in erster Linie die Bistümer und deren bestehende Projekte miteinander vernetzen und theologisch begleiten.

Auf dem Domberg trafen wir die Gemeindereferentin Cordula Hörbe, um mit ihr die "Lebenswende"-Feiern näher zu diskutieren. Interessant ist die Feststellung, dass hierbei die Domgemeinde die Spannungen zwischen Firmung und nichtchristlicher Feier mittragen muss. Das sehr gut angenommene Konzept darf die "normale" Pfarreiarbeit und Sakramentenpastoral nicht verdrängen oder gar ersetzen.

Ein Besuch auf der Wartburg und in der Erfurter Predigerkirche, in der Meister Eckhard war Prior im 13. Jahrhundert Prior war, rundeten unseren Besuch glanz- und erlebnisvoll ab.

fr. Markus E. Fischer OP & fr. Benjamin M. Piepenbrink OP

Vor der Kamera - Novizen und Studenten im gemeinsamen Medientraining, 11.-13. Dezember 2009

Was wäre ein Predigerbruder ohne moderne Medien? Sicherlich muss ein Dominikaner kein Fernseh- oder Computerjunkie sein, um das Wort Gottes zu verkündigen. Doch eine stärkere Medienpräsenz würde auch dem Apostolat des Dominikanerordens gut tun. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich immer mehr Menschen mittels elektronischer Medien über Glaube und Kirche informieren und Unterstützung im anonymen World Wide Web suchen.

Schaut man sich die Zahlen an, wird deutlich, wie wichtig die Nutzung moderner Medien gerade für die Predigerbrüder ist: rd. 80% der Bevölkerung in Deutschland hat keinen persönlichen Kontakt zu einem Vertreter der katholischen Kirche! Das heißt im Umkehrschluss, dass der einzige Weg, als Kirche diese Bevölkerungsmehrheit zu erreichen, die Medien sind - besonders Fernsehen, Rundfunk und Internet. Es macht einen Unterschied, ob man mit einer Predigt max. 100 bis 200 Kirchenbesucher oder zehn- oder hunderttausende und mehr Menschen erreicht! Etablierte Sendungen wie das "Wort zum Sonntag" in der ARD mit einer Einschaltquote von rd. 1,5 Mio. Menschen oder der poppigere "Bibelclip" auf RTL mit bis zu 10 Mio. Zuschauern zeigen, was alles möglich ist.

Leider lassen sich immer noch zu wenige Priester und Ordensleute zu professionellen Medienkontaktpersonen ausbilden, wie Ulrich Fischer von der Katholischen Fernseharbeit beklagt (www.kirche.tv). Hier bleibt die Kirche bislang hinter ihren Möglichkeiten zurück. Schaltet man den Fernseher ein, begegnet man zwar bekannten Gesichtern wie Sr. Jordana Schmidt OP (ehemals "Wort zum Sonntag", ARD) oder Br. Paulus Terwitte OFMCap ("Um Gottes Willen", N24). Doch jenseits dieser "Profis" trauen sich nur wenige vor die Kamera, um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen und ein positives Kirchenbild zu vermitteln! Dabei ist allen Fachleuten klar, dass die Zukunft der Medien besonders im Internet liegt, wo Menschen Sendungen als "Livestream" oder "Podcast" jederzeit abrufen können.

Deshalb war es eine gute Erfahrung für den dominikanischen Nachwuchs, sich einmal vor laufender Kamera zu erproben. Es erfordert viel Mut, den ersten Schritt vor dieses "Monster" zu wagen. Sich selbst im Bild zu sehen, war anfangs für jeden der blanke Horror: Die ganze Persönlichkeit mit all ihren Stimmungen und Schwächen wird sichtbar! Ein professionelles "Statement" will deshalb gut eingeübt sein: Es kommt vor allem auf Authentizität an, eine gute Vorbereitung, Körperhaltung und viele "äußere" Faktoren, die die inhaltliche Botschaft erst für den Zuschauer interessant und überzeugend machen! Unser Medientrainer, Stephan Born, Chefredakteur eines Lokalsenders in NRW, gab professionelle Tipps und Hinweise. Daneben übten wir uns in gespielten Interviews und "Talkshow"-Runden. Dabei lernten wir auch die "Goldene Regel" kennen: Antworte nie auf eine Frage, die ein Journalist stellt! (Eher kommt es auf die geschickte Platzierung der eigenen "Message" an.)

Mit unserem Medientraining des Wormser Noviziats und Mainzer Studentats im Gästehaus der Speyerer Dominikanerinnen (www.institut-st-dominikus.de) stehen wir in einer guten Tradition des Ordens. Bereits 1986, als das "Internetzeitalter" noch gar nicht absehbar war, erklärte das Generalkapitel des Dominikanerordens zu Ávila vorausschauend die Medienarbeit als Mittel der Predigt und Verkündigung zu "eine(r) der vorrangigen Aufgaben des Ordens". Damit ist die "enge Verbindung zwischen Medienkommunikation und Predigt" bis heute eine der Prioritäten der Dominikaner. Sicherlich ist es auch eine "Typfrage", ob man sich für Medienpräsenz eignet oder nicht, dennoch ist vieles lernbar und - wie bei allem - eine Sache des Trainings!

fr. Dennis Halft OP

O lumen Ecclesiae - Das Studentat der Dominikanerprovinz Teutonia auf Frankreichwallfahrt, 1.-8. Oktober 2009

Unser Wallfahrtsmotto

"O lumen Ecclesiae, Doctor veritatis, Rosa patientiae, Ebur castitatis, Aquam sapientiae propinasti gratis, Praedicator gratiae, nos junge beatis."
Die Dominikanische Antiphon zu Ehren des Heiligen Dominikus entstammt der Tradition unseres Predigerordens. Studentenmagister Peter Kreutzwald OP wählte den Choral aus als spirituellen Wegbegleiter für die Studentatswallfahrt. Je ein Abschnitt bildete das Tagesmotto der geistlichen Reflexion. Die Pilgerreise führte uns in diesem Jahr auf den Spuren unseres Ordensvaters Dominikus an die Wirkungsstätten der Brüder in Südfrankreich.

Die acht Studenten der Provinz Teutonia hatten sich im Vorfeld der Reise auf jeweils einen Ort intensiv vorbereitet, dabei viel Literatur durchgesehen, im Internet recherchiert und sich mit erfahrenen Brüdern ausgetauscht. Die Früchte ihrer Arbeit trugen sie an den dominikanischen Stätten in Form von kleineren Referaten vor, was wesentlich zum tieferen Verständnis des segensreichen, aber auch komplexen Tuns der Dominikanerinnen und Dominikaner in Vergangenheit und Gegenwart beitrug.

Die Reiseetappen

Unseren ersten Autostopp machten wir im Dominikanerkloster Sainte-Marie-de-la-Tourette in Eveux-sur-l'Arbresle westlich von Lyon. Dort besuchten wir das von dem Stararchitekten Le Corbusier in den 1950er Jahren errichte Studienhaus der Ordensprovinz für die siebenjährige Ausbildung junger Dominikaner. Als 'ideales Kloster' in der freien Landschaft sollte es "hundert Herzen und hundert Körper in der Stille beherbergen". Die Brüder machten uns beim Rundgang vertraut mit der ausgeklügelten Lichtführung, der Anlage der Zellen und der Beschaffenheit der Funktionsräume des einzigartigen Beispiels moderner Klosterarchitektur.

Nach der Feier der Heiligen Messe mit den Dominikanerbrüdern in Sainte-Marie-de-la-Tourette reisten wir weiter nach Prouilhe bei Toulouse, wo Bischof Diego auf Anregung von Dominikus im Jahr 1206 ein Frauenkloster gegründet hatte, "um gewisse adelige Frauen aufnehmen zu können, die ihre Eltern aus Armut den Häretikern zu Erziehung und Ernährung übergeben hatten. (...) Dort dienen die Frauen Gottes bis zum heutigen Tag dankbar dem Schöpfer, und sie führen mit großer Heiligkeit und großer unschuldiger Reinheit ein Leben, das sie zum Heil führt, den Menschen als Beispiel dient, den Engeln gefällt und Gott teuer ist." (Jordan von Sachsen)

Das Herz der Wallfahrt: Die kontemplativen Dominikanerinnen in Prouilhe

Das Kloster der kontemplativ lebenden Dominikanerinnen in Prouilhe liegt in der Ebene des Lauragais an einer wichtigen Kreuzung, 2 km unterhalb von Fanjeaux, wo Dominikus einige Jahr lebte und apostolisch wirkte, 7 km von Montréal entfernt. Das weiträumige Klosterareal der Moniales war unser Aufenthaltsort für mehrere Tage. Hier feierten wir gemeinsam mit den Nonnen die Tageszeitenliturgie und die Heilige Messe. Und von hier aus starteten wir tagtäglich zu den benachbart liegenden Wallfahrtszielen: das Haus mit dem Zimmer des Dominikus in Fanjeaux, die mittelalterliche Festungsstadt mit Kathedrale in Carcassonne, die Katharerburg auf dem Montségur, die Kirchen Les Jacobins mit den Reliquien des Heiligen Thomas von Aquin und Saint Sernin inToulouse sowie das Haus des Petrus Seila, in dem Dominikus mit den ersten Brüdern bis 1216 lebte, die Kathedrale in Albi mit den kostbaren renaissancezeitlichen Wandmalereien u.a.

Unser Auftrag

Es würde an dieser Stelle sicher zu weit führen, die vielfältigen persönlichen und gemeinschaftlichen Erlebnisse, die wir machen durften, nur ansatzweise dokumentieren zu wollen. Neben dem Kennenlernen der historischen Stätten ist für unser zukünftiges Wirken im Orden auch das Zusammenleben mit den bis heute vor Ort betenden und arbeitenden Gemeinschaften von zentraler Bedeutung. Wir durften aufs Neue etwas von dem universalen Predigtauftrag des Dominikanerordens erfahren: "(...) geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; (...) Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28, 19-20)

Uwe Augustinus Vielhaber OP

32. Evangelischer Kirchentag, Bremen

Die Studenten unserer Provinz nahmen als Mitwirkende am 32. Evangelischen Kirchentag teil. Wir zählten zu den ca. 8000 Katholiken, die als Teilnehmer nach Bremen gekommen waren. Als Aktive an einem Kirchentags-Projekt sammelten wir so ökumenische und pastorale Erfahrungen. Im Einkaufsparadies "Weserpark" an der Peripherie Bremens hatten die Initiatoren des Projektes einen Garten Eden eingerichtet. Stündlich konnten die Passanten einem geistlichen Impuls lauschen und zwischendurch der Musik zuhören oder das Gespräch suchen. Kurzseelsorge wird so etwas genannt. Die Spanne reichte von einem freundlichen Blick, einem Lächeln bis zu längeren, tiefen geistlichen Gesprächen mit Gästen des Einkaufszentrums.

Die Gelegenheit in Bremen zu sein, nutzten wir, um unsere ehemalige dominikanische Wirkungsstätte in Bremen-Schwachhausen St. Ursula zu besuchen. Pfarrer Frank Rosemann bot uns großzügig das Pfarrhaus als Quartier für die drei Tage an. Er betreute uns zehn Dominikaner äußerst großzügig, mit großer Gelassenheit und herzlicher Gastfreundschaft. Vielen herzlichen Dank dafür! Am Rand der Gottesdienste in der Gemeinde kam es immer wieder zu Begegnungen mit Gemeindemitgliedern, die sich noch lebendig an die Präsenz der Dominikaner von der Gründung der Gemeinde bis in die späten achtziger Jahre erinnern. Wir verbrachten so mit einigem Komfort die Zeit in Bremen.

"Gehorsam gemäß den Konstitutionen..." - Leitung im Orden
Formationswochenende 1.-3. Mai 2009, Leipzig

Das durch den 1. Mai verlängerte Wochenende nutzte das Studentat zu einer Formationsveranstaltung im Dominikanerkonvent in Leipzig. In der Ausbildung (Formation) der Studenten ist vorgesehen, sich ausführlich mit den Grundlagen, Strukturen und Methoden der Leitung unseres Ordens auseinanderzusetzen. Als Referent konnte der langjährige Provinzial und Promotor für die Moniales (Nonnen) des Ordens und derzeitige Prior des Düsseldorfer Konventes P. Manuel Merten OP (Bild links oben) auf seine reichen Erfahrungen zurückgreifen.

Die Gelegenheit, im Leipziger Konvent zu sein, nutzten wir auch um uns über die Tätigkeitsfelder der Brüder vor Ort zu informieren. P. Bernhard Kohl OP (BIld rechts oben) berichtete von den aktuellen Entwicklngen in Leipzig. Wir erfuhren interessante Details über den Stand der Planungen für den Neubau der Propsteikirche in Leipzigs Zentrum und den Aktivitäten und Vorhaben des Leipziger Konventes. Die Brüder in Leipzig agieren in einem weitgehend entchristlichten Umfeld (ca. 3% der Leipziger bekennen sich zur katholischen Kirche, insgesamt sind ca. 10% der Einwohner christlich).

Am Samstagnachmittag führte uns fr. Daniel, der aus Leipzig stammt, durch seine Heimatstadt. Die Highligts waren dabei die Baustelle des Universitätsgebäudes mit der als Fassade wieder errichteten Universitätskirche (ehem. Dominikanerkirche, 1968 durch die DDR abgerissen), die Aussichtsplattform des MDR-Hochhauses und natürlich die Thomaskirche mit dem Johann-Sebastian-Bachdenkmal.

Einfache Profess in Worms
14. März 2009

Mit der Einfachen Profess wechseln die ehemaligen Novizen in das Studentat unserer Provinz. In den nächsten Tagen werden sie in unser Kloster in Mainz, das das Studienhaus unserer Provinz ist, umziehen. Die Fratres Gregor Naumann OP (2.v.l.), Johannes Matthias Schäffler OP (3.v.l.) und Daniel Stadtherr OP (4.v.l.) beginnen im kommenden Sommersemester ihr Studium der katholischen Theologie an der Johannes Gutenberg - Universität Mainz. P. Johannes Kleene OP (1.v.l) absolviert als Diözesanpriester den nächsten Ausbildungsabschnitt zur Eingliederung in unseren Orden.

Gemeinsame Studientage mit dem Studentat der Süddeutsch-Österreichischen Dominikanerprovinz,
25. Februar bis 1. März 2009

Die gemeinsamen Studientage mit dem Studentat unserer süddeutsch-österreichischen Nachbarprovinz nutzten wir wie im vergangenen Jahr für ein eher handwerkliches Thema. Im letzten Jahr stand journalistisches Schreiben auf dem Programm und in diesem Jahr das weite Feld der Hauswirtschaft. Unter sympathischer, fachkundiger und energischer Leitung von Sr. Michaela wurde dieses Feld auf Küche und Bügelraum eingegrenzt. Neben der Vermittlung von theoretischem Stoff zum Thema stand natürlich die Praxis in der Küche auf dem Programm (siehe Bilder). Das Nützliche verbanden wir mit dem Angenehmen - das Produzierte wurde von uns auch gegessen. Das motivierte zusätzlich, qualitätvoll zu arbeiten.
Den freien Samstagnachmittag nutzten wir zu einem Ausflug ins 50 km entfernte Regensburg. Der Dom, die UNESCO-Weltkulturarbe-Altstadt der oberpfälzischen Metropole und natürlich die Moniales des Klosters "Heilig Kreuz" unseres Ordens waren Ziel unseres Besuches. Das Kloster besteht seit 1233 und ist seitdem ununterbrochen besiedelt. Die Nonnen unterbrachen für unseren Besuch ihre Exerzitien und bewirteten uns gastfreundlich mit Kaffee und Kuchen und führten uns durch ihre schöne barocke Kirche.