Studentat der Dominikanerprovinz Teutonia - Berichte 2013

zu den Beiträgen aus den Jahren: 2016 - 2015 - 2014 - 2012 - 2011 - 2010

06.-08.12.2013 Formationswochenende des Studentats in Münster

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir...
Zur Spiritualität des Ordenspriesters
Formationswochenende des Studentats zu Fragen des Weiheamtes im Bischöflichen Priesterseminar in Münster

Der Dominikanerorden ist in erster Linie ein Klerikerorden, wie auch sein Gründer, der Hl. Dominikus, selbst Kleriker war. Mit unseren Fragen, was einen (Ordens)-Priester in der Gegenwart und Zukunft auszeichnet, machten wir uns am zweiten Adventswochenende auf den Weg nach Münster.

Den Auftakt machte Regens Hartmut Niehues, der uns während einer Hausführung die Priesterausbildung im Bistum Münster erläuterte und in zwangloser Atmosphäre bereitwillig unsere vielen Fragen beantwortete. Eine Besonderheit für die Seminaristen im Bistum Münster besteht darin, nach Abschluss des Theologiestudiums ein Gemeindepraktikum zu absolvieren, bevor dann im darauffolgenden Jahr die Diakonenweihe erfolgt.

Einen thematischen Einstieg in die priesterliche Spiritualität zwischen Ausgangssituation eines jeden Einzelnen, dessen Sehnsüchten und Befürchtungen bot P. Ludger Schulte OFMCap, der an der PTH Münster Dogmatik und Dogmengeschichte doziert und seit vielen Jahren in der geistlichen Begleitung tätig ist. Eines seiner Schlagworte war "mit den Spannungen einer priesterlichen Existenz leben, anstatt sie auflösen". Einen (zugegeben) etwas humorvollen Abschluss des Vormittags bot unser Blick auf die "Berufskrankheiten" der Priester.

Etwas seriöser war unsere Arbeit an Texten von Karl Rahner zu Amt und Charisma unter der Anleitung von Propst Dr. Martin Schomaker aus Bremen. Dabei sind Amt und Charisma als zwei Pole im Selbstvollzug der Kirche anzusehen. Ferner sieht er den Priester als Mitarbeiter des Bischofs in erster Linie als "Ermöglicher", der Charismen aufspürt sowie die drei Grundvollzüge von martyria, leiturgia und diakonia im Volk Gottes 'am Laufen' hält.

Nach den gemeinsamen Gebetszeiten mit den Seminaristen zogen wir am Samstagabend durch die Altstadt von Münster und ließen uns im Brauhaus "Pinkus Müller" nieder, einer echt urigen Kneipe. Für zwei Mitbrüder - P. Christian Flake OP und fr. Philipp M. König OP - war die Stippvisite in Münster eine Rückkehr in ihre alte Studienstadt.

fr. Daniel Stadtherr OP

20.11.2013 Diplom- und Preisverleihung beim Dies Academicus

Der Dies Academicus im Wintersemester 2013/14 fand im Priesterseminar diesmal unter starker dominikanischer Beteiligung statt. Denn es galt, gleich vier Mainzer Mitbrüdern Anerkennung für ihre Studienleistungen zu zollen. Fr. Gregor Naumann und fr. Johannes Schäffler durften nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums die Diplom-Urkunden in Empfang nehmen. Darüber hinaus wurden drei Mitbrüder mit Preisen für herausragende Leistungen ausgezeichnet: Nochmals fr. Gregor für seine Diplomarbeit im Fach Fundamentaltheologie/Religionsphilosophie sowie fr. Julian Eder und fr. Tobias Schrörs für ihre Seminararbeiten in den Fächern Altes Testament und Kirchengeschichte.

Herzlichen Glückwunsch!

26.10.2013 Diakonenweihe in St. Andreas, Köln

Über dem Grab des heiligen Dominikaners Albertus Magnus, der in der Krypta in St. Andreas zu Köln begraben liegt, wurden am 26. Oktober unsere Mitbrüder fr. Gregor Naumann OP und fr. Johannes Matthias Schäffler OP zu Diakonen geweiht. Weihbischof Reinhard Hauke aus Erfurt, der Heimatdiözese von fr. Gregor, spendete die Weihe im Kreis der Mitbrüder und der engsten Familie der beiden neuen Diakone.

Für die neugeweihten Diakone beginnt nun im November der Pastoralkurs in Münster, an den sich das Diakonatspraktikum anschließt. Fr. Gregor geht nach St. Sophien in Hamburg, fr. Johannes nach St. Albertus Magnus in Braunschweig.

Herzlichen Glückwunsch und Gottes reichen Segen!

09.-13.08.2013 Besuch beim Studentat in Zvolen (Slowakei)

Es begann 2010 in Dubrovnik bei der internationalen Studienwoche der Dominikaner. Dort wurden die ersten Kontakte unseres Studentats mit dem der slowakischen Provinz geknüpft. Seitdem besteht ein reger Austausch zwischen beiden Studentaten per Mail und Post, bei gegenseitigen Besuchen und Studienaufenthalten slowakischer Mitbrüder bei uns. Gerne erinnern wir uns an fr. Bernard, der ein Jahr in Mainz studiert hat und erst vor wenigen Wochen hat fr. Vavro einen Sprachkurs hier in Mainz gemacht.

Am 9. August gab es wieder einen Gegenbesuch in Zvolen, wo der Konvent mit dem Studentat der slowakischen Provinz angesiedelt ist. Fr. Daniel, fr. Julian und fr. Johannes waren fünf Tage dort, unter anderem, um das Hochfest unseres Ordensgründers dort zu feiern und viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Hier einige Eindrücke in Bildern.

Wir freuen uns auf die nächsten Besuche!

fr. Johannes M. Schäffler OP

28.07.-04.08.2013 Unterwegs auf den Spuren des hl. Dominikus

Alle zwei Jahre unternehmen die Studenten unserer Provinz zusammen mit ihrem Magister eine Studentatswallfahrt auf den Spuren unseres Ordensgründers. Obwohl der hl. Dominikus aus Spanien stammt, liegen doch die Anfänge des Ordens der Predigerbrüder in Südfrankreich, genauer in Prouilhe (für den weiblichen Zweig des Ordens) und in Toulouse (für den männlichen Zweig). Von unserem Standort Prouilhe aus waren wir in der dortigen Umgebung eine Woche lang unterwegs, um an den ursprünglichen Stätten die Entstehung der Dominikaner nachzuzeichnen. Einige Führungen und Referate der Mitbrüder nahmen uns mit auf eine Zeitreise ins frühe 13. Jahrhundert, in die Zeit der Albigenserkreuzzüge, der Katharerhochburgen und der mühsamen Versuche, Wahrheit zu erkennen und sie gegen extreme Haltungen und Häresien zu verteidigen.

Diesen historischen Spuren folgten wir in der ehemaligen Zisterzienserabtei Fontfroide, in Prouilhe, wo die erste Schwesterngemeinschaft gegründet wurde, und in Fanjeaux, in Foix und im mittelalterlichen Carcassone, in der beeindruckenden Kathedrale von Albi sowie dem schweißtreibenden Aufstieg auf den Montségur, in der Begegnung mit dem Dominikaner Lacordaire in Sorèze und natürlich in Toulouse, wo der Grundstein für die männlichen Dominikaner gelegt wurde. Auf der Hinreise legten wir einen Zwischenstopp in La Tourette ein, wo das sehr eigenwillige, vom französischen Architekten Le Corbusier entworfene Kloster steht, das die französische Provinz ursprünglich für ihr Studentat erbauen ließ. Die Rückreise führte uns zu den Mitbrüdern nach Fribourg in der Schweiz. Die Bilder wollen einige Eindrücke davon vermitteln.

Geistlich wurde die Woche von acht der neun Gebetsweisen des hl. Dominikus begleitet, zu denen wir jeweils Impulse für den Tag erhielten, und von der täglichen gemeinsamen Feier der Liturgie. Besonders dankbar sind wir den Schwestern in Prouilhe für die herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft ebenso wie den Brüdern in La Tourette, Toulouse und Fribourg.

fr. Johannes M. Schäffler OP

21.-23.06.2013 Formationswochenende "Mitarbeitergespräch" in Speyer

In vielen unserer Klöster und Pfarreien arbeiten wir mit anderen Menschen zusammen oder gibt es Angestellte in verschiedenen Bereichen. Auch in unseren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern haben Mitbrüder teilweise Personalverantwortung. Deshalb achtet der Orden darauf, dass auch der Umgang mit Mitarbeitern in der Ausbildung thematisiert wird.

Ein Wochenende lang führte uns Frau Monika Brinkmann-Kramp vom Institut für geistliche Begleitung des Bistums Mainz in verschiedene Modelle und Methoden ein, die uns Hilfestellung sein können, wenn wir zukünftig mit Mitarbeitern Gespräche führen. In einer ausgewogenen Mischung aus Theorie und praktischen Übungen im Rollenspiel verstand es Frau Brinkmann-Kramp, uns einige wichtige Grundlagen nahe zu bringen, zuallererst das Erkennen und Einschätzen der eigenen Persönlichkeit mit ihren Stärken und Schwächen. Erst diese "Selbsterkenntnis" ermöglicht im Zusammenspiel mit der Wahrnehmung und richtigen Einschätzung des Gegenübers eine optimale Ausgangssituation für ein Mitarbeitergespräch.

Bereichert um viele neue Anregungen und Erfahrungen kehrten wir am Sonntag wieder in unser Kloster nach Mainz zurück. Ein großer Dank an die Referentin ebenso wie an unsere Mitschwestern des Instituts St. Dominikus in Speyer für die herzliche Aufnahme!

fr. Johannes M. Schäffler OP

11.05.2013 Feierliche Profess von fr. Gregor, fr. Johannes und fr. Daniel

Am 11. Mai legten unsere Mitbrüder fr. Gregor Naumann, fr. Johannes Matthias Schäffler und fr. Daniel Stadtherr in einem festlichen Gottesdienst ihre feierliche Profess ab. Sie versprachen damit in die Hände unseres Provinzials, P. Johannes Bunnenberg OP, dem Orden treu zu bleiben "bis zum Tod", wie es in der Professformel heißt.

Es war ein sehr fröhliches Fest mit vielen Gästen: Verwandte und Freunde der Professen, viele Mitbrüder und -schwestern aus der Dominikanischen Familie, Studenten und Professoren von der Mainzer Universität und viele treue Gemeindemitglieder aus St. Bonifaz.

Den drei Professen herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt und Gottes reichen Segen für ihre Zukunft im Dominikanerorden!

05. & 08.03.2013 Verlängerung der Professversprechen

"Ich mache Profess und verspreche Gehorsam..."

Fünf Brüder aus dem Mainzer Studentat banden sich mit dem Gehorsamsversprechen gegenüber Gott, gegenüber Maria, der Patronin, und Dominikus, dem Gründer unseres Ordens, sowie gegenüber dem Ordensmeister und seiner Nachfolger, für jeweils ein weiteres Jahr an den Orden der Predigerbrüder.

Am 5. März verlängerten fr. Gregor Naumann, fr. Johannes Matthias Schäffler und fr. Daniel Stadtherr ihre Profess in die Hände von Prior P. Josef kleine Bornhorst, am 8. März folgten fr. Dennis Halft und fr. Philipp Maria König.

Für den weiteren Weg im Dominikanerorden wünschen wir Gottes reichen Segen!

28.01.2013 Thomasfest

Aus einer guten Idee wird so langsam eine gute Tradition. Bereits zum dritten Mal feierten das Studentat und die Brüder des Dominikanerkonvents zusammen mit vielen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen, deren Bekannten und Freunden, das Fest des heiligen Thomas von Aquin.

Während des Festgottesdienstes war es in diesem Jahr Prof. Dr. Gerhard Kruip, Dozent für Sozialethik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der uns in seiner Predigt das Leben und vor allem das weitsichtige Denken dieses großen Dominikaners näher brachte. Prof. Kruip betonte, dass wir heute sicher nicht mehr alles wortwörtlich übernehmen können, was Thomas gelehrt hat - das wäre auch nicht in dessen Sinne. Denn seine Art zu denken bedeutete für ihn, seine Theologie an den wissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Höhe der Zeit, auch und gerade den nicht-theologischen, zu messen und von diesen zu lernen. Das hat auch für heutiges theologisches Lehren und Lernen Vorbildcharakter. Die "Zeichen der Zeit" zu erkennen und richtig zu deuten, ist Aufgabe des Verstandes eines jeden von uns - und das nicht erst, seit das II. Vatikanische Konzil diesem Begriff eine breite Öffentlichkeit gegeben hat, sondern schon zu Jesu Zeiten, wie sich beim Evangelisten Lukas nachlesen lässt: "Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?" (Lk 12,56.57)

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde noch bis in den späten Abend hinein im Pfarrsaal weitergefeiert - bei Nudeln, Wein und Wasser, vielen Begegnungen mit bekannten und neuen Gesichtern und einem sehr lebendigen Austausch.

fr. Johannes M. Schäffler OP